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„Kunsttherapie als familienorientierte Kinder- und Jugendtherapie im System Schule“

 

Doktorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades einer Doktorin der Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

 

Band I: Theoretische Annäherungen

„Kunsttherapie als familienorientierte Kinder- und Jugendtherapie im System Schule“

 

„Kunst und Kompass ...“ als Verknüpfungselement der multimedialen Kunsttherapie, der systemisch integrativen Kinder- und Jugendpsychotherapie sowie der

Sonder- und Heilpädagogik

 

Wesentliche Impulse und Fragestellungen für die vorliegende Arbeit entsprangen meiner beruflichen Praxis als Kunsttherapeutin, Kinder- und Jugendtherapeutin sowie als Sozial- und Sonderpädagogin. Häufig machte ich die Beobachtung, dass unbewusstes Material relativ rasch an die Oberfläche kam und Kommunikationsblockaden sich auflösten. Zudem konnte ich bei den meisten Kindern und Jugendlichen feststellen, dass die kreative Ausdrucksarbeit mit Freude am künstlerischen Tun und mit psychischer Entspannung verbunden war. Durch diese Erfahrungswerte habe ich das Konzept „Kunst und Kompass ...“ entwickelt, das im zweiten Teil meiner Arbeit detailliert vorgestellt wird und zusätzlich anhand von Realisationsbeispielen intensiv beleuchtet wird.

 

Der erste theoretische Teil meiner Arbeit beschreibt die verschiedenen Ansätze und Richtungen der Kunsttherapie sowie der Kinder- und Jugendtherapie. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit den Themen Behinderung und Verhaltensoriginalität. Die psychologische und pädagogische Diagnostik ergänzen den theoretischen Hintergrund mit der entwicklungsorientierten Persönlichkeits- und Emotionstheorie. Der Leitfaden der Kunsttherapie führt in den theoretischen Annäherungen weiter durch die Kreativität, Symbolisierung sowie die Sphären des Analogen. Besonders wichtig scheint mir zu sein, das Spannungsfeld Therapie und Pädagogik zu diskutieren. Diese beiden Berufsgruppen zu verknüpfen stellt ein persönliches Hauptanliegen von mir dar.

 

Im Mosaikband sind der therapeutische Prozess anhand von Fallstudien, u. a. auch durch Einzelfallanalysen, und einige Methoden der multimedialen Kunsttherapie und der systemisch integrativen Kinder- und Jugendpsychotherapie, skizziert. Die Bezeichnung „Mosaikband“ habe ich deshalb gewählt, da in diesem zweiten Teil meiner Arbeit viele bedeutende Bausteine für ein wundersames Mosaik enthalten sind.

 

 

Ich nehme grundsätzlich Stellung zur multimedialen Kunsttherapie und der systemisch integrativen Kinder- und Jugendpsychotherapie. Fokussiert werden Kontakt, Begegnung, Beziehung und Bindung, wobei hier wiederum der Schwerpunkt auf Persönlichkeitsstabilisierung liegen soll. Weitere Themen sind die einzelnen Gruppenprozesse, die individuellen Biographien der Kinder und Jugendlichen sowie die Zusammenarbeit von Therapie und Pädagogik. Die multimediale Kunsttherapie versteht Therapie u. a. als Bewusstseinsarbeit, Erlebnisaktivierung und Nach- und Neusozialisation. Sozialisation wird in diesem Zusammenhang als Verinnerlichung von Szenen und Szenensequenzen und deren Atmosphäre durch kreative Medien definiert.

 

Ich stelle nicht den Anspruch, die multimediale Kunsttherapie sowie die Kinder- und Jugendtherapie kritisch zu betrachten, sondern versuche anhand von meinem Konzept „Kunst und Kompass ...“ die verschiedenen Theorien durch bestmögliche Darstellungen und Erklärungen der einzelnen Realisationsbeispiele unter Zuhilfenahme des phänomenologischen Ansatzes und der mehrperspektivischen Hermeneutik zu gewährleisten. Wie bereits erwähnt, ist die Verknüpfung von Therapie und Pädagogik die Basis der Ausgangssituation. Um sowohl der Frauen- als auch Männersprache gerecht zu werden, habe ich mich für Therapeutin bzw. Pädagogin entschieden, zumal ich Therapeutin und Pädagogin bin. Die Texte, die in beiden Bänden als Einleitung bzw. Ausklang zu finden sind, stammen aus meiner Feder.

 

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen kleinen und großen Menschen, die mich in der Zeit während dieser Arbeit begleitet und unterstützt haben. Dies sind vor allem Hannes, Mami, meine ganze Familie, mein Erstbegutachter Prof. Dr. Schratz, mein Zweitbegutachter Prof. Dr. Stöger, Konrad als wertvoller Korrekturleser, die SchülerInnen der LSS Mäder, meine Jupi-Kinder und alle Kinder und Jugendlichen, die ich in „Kunst und Kompass ...“ begleiten und stärken durfte, und natürlich meine Hündin Eireene, die mich in manch stürmischen Zeiten als treue Begleiterin gestützt hat. Meinem Bootsmann Papa sage ich ein ganz dickes „Danke“, ohne ihn hätte ich meinen Kompass wohl nie gefunden. Im Mosaikband ist eine Märchen-Geschichte zu finden, in denen diese Menschen Hauptrollen darstellen und Blütenstaub in meinen Sandpalast wehen ...

 

 

 

Doktorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades einer Doktorin der Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

 

Band II: Mosaikband

„Kunsttherapie als familienorientierte Kinder- und Jugendtherapie im System Schule“

 

„Kunst und Kompass ...“ als Verknüpfungselement der multimedialen Kunsttherapie, der systemisch integrativen Kinder- und Jugendpsychotherapie sowie der

Sonder- und Heilpädagogik

 

Mit Farben, Formen, Strukturen kann ich Zeichen setzen. Zeichen für Stimmungen, Gefühle, für Erlebtes, für Gewünschtes, Befürchtetes, für Gedanken und   Ideen. Ich kann Bildzeichen setzen, vielleicht auch Bildgestalten suchen. Bildzeichen können mir aber auch „passieren“. In Bildern kann ich Teile meiner selbst entdecken, kann meiner selbst inne werden. Motive, die ich darzustellen versuche, aber auch Farben, Formen, Strukturen, die ich in meinen Bildern verwende, können Metapher und Gleichnis sein für Bewegungen, Stimmungen, Zustände in mir. Die weichen, schwingenden und/oder kantigen, auftragenden Formen, die kräftigen und/oder gedämpften Farben, die fließenden und/oder gebrochenen Strukturen, die mich in einem Landschaftsausschnitt besonders ansprechen, können Gleichnis sein für Weiches, Schwingendes, für Festes, für Kräftiges, und Gedämpftes, für Fließendes, Gebrochenes oder Aufbrechendes in mir ... Mit Bildzeichen kann ich Inneres äußern, das Geäußerte spiegelt mir Inneres, das ich plötzlich bewusster sehe. Wortlose Sprache ...

 

Bildzeichen können in großer Bandbreite gesetzt werden: Naturnahe Zeichen geben viele Aspekte der visuellen Erscheinungsform eines Gegenstandes wieder. Naturferne Zeichen heben einzelne Aspekte der visuellen Erscheinungsform deutlicher hervor. Abstrakte Bildzeichen verzichten auf  einen gegenständlichen Bezug.

 

Wenn ich zeichne und male, bin ich ganzheitlich tätig: Körper, Seele und Geist sind angesprochen. Im Prozess des Zeichnens und Gestaltens wechseln Phasen der Aktivität mit Phasen der Betrachtung, Besinnung. Zeichnen und Gestalten können helfen, dass ich stark in die Gegenwart komme, bei mir bin, zu mir komme. Mit Bildzeichen kann ich die Dimension der Gegenwart aber auch erweitern, indem ich versuche, Gegenwärtiges festzuhalten, Abwesendes herzuholen, Vergangenes zu erinnern, Zukünftiges zu erahnen ... Solche Prozessentwicklungen und Selbstfindungsprozesse sind anhand von Realisationsbeispielen in diesem Mosaikband zu finden.